Material und Pflege

Materialien für Sextoys: Silikon, Glas, Edelstahl und Co

Welche Materialien stecken in Sextoys? Silikon, Glas, Edelstahl, ABS, TPE und Holz im Überblick, mit Hinweisen zu Hygiene und Sicherheit.

Aktualisiert am 5. Oktober 20264 Min. Lesezeit

Vier blaue Glas-Sextoys auf lilafarbenem Hintergrund

Das Material entscheidet bei einem Sextoy über vieles: wie es sich anfühlt, wie gut es sich reinigen lässt, welches Gleitgel dazu passt und ob es gut verträglich ist. Die Auswahl wirkt auf den ersten Blick unübersichtlich. Mit etwas Hintergrundwissen findest du leichter heraus, was zu dir und deinem Vorhaben passt.

Porös oder nicht porös: Der wichtigste Unterschied

Poröse Materialien haben winzige Hohlräume in der Oberfläche. Darin können sich Feuchtigkeit, Gleitmittel und Keime festsetzen, die sich auch durch gründliches Waschen nicht vollständig entfernen lassen. Nicht poröse Materialien haben eine geschlossene Oberfläche und lassen sich deutlich einfacher und gründlicher reinigen.

Für Spielzeug, das in Scheide oder Anus verwendet wird oder von mehreren Personen genutzt werden soll, sind nicht poröse Materialien die sicherere Wahl. Poröse Toys solltest du nicht teilen, oder nur mit Kondom.

Silikon

Hochwertiges, körperverträgliches Silikon ist das häufigste Material. Es fühlt sich weich und samtig an, leitet Körperwärme gut, ist flexibel und gilt als gut verträglich.

  • Vorteile: nicht porös, lässt sich gründlich reinigen, auch auskochen bei vielen Modellen, haltbar
  • Zu beachten: nicht mit silikonbasiertem Gleitgel kombinieren, da die Oberfläche angegriffen werden kann, und nicht eng neben anderen Silikonspielzeugen lagern
  • Unterschiede: Es gibt verschiedene Qualitäten. Auf eine Angabe wie „Silikon ohne Weichmacher“ oder die Information des Herstellers kannst du achten.

Glas

Glas, meist Borosilikatglas, ist glatt, nicht porös und besonders hygienisch. Es lässt sich warm oder kühl machen, was viele als angenehm empfinden.

  • Vorteile: sehr leicht zu reinigen, verträgt jedes Gleitgel
  • Zu beachten: Glas kann bei Stürzen oder Qualitätsmängeln brechen. Prüfe das Spielzeug vor jedem Gebrauch auf Risse, Kratzer oder Absplitterungen und sortiere beschädigte Stücke sofort aus. Glas sollte nicht abrupt zwischen sehr heiß und sehr kalt wechseln.

Edelstahl und Metall

Chirurgischer Edelstahl ist schwer, glatt und nicht porös. Das Gewicht kann bei Dildos oder Plugs ein eigenes Gefühl erzeugen, und es lässt sich gut temperieren.

  • Vorteile: sehr hygienisch, langlebig, verträgt jedes Gleitgel
  • Zu beachten: Das Gewicht erfordert achtsame Handhabung. Sehr kalte oder warme Temperaturen vorher an der Hand testen. Bei Nickelallergie auf die Materialangabe achten.

ABS-Kunststoff

ABS ist ein harter, glatter Kunststoff, der oft für Vibratorhüllen verwendet wird. Er ist nicht porös, günstig herzustellen und gut zu reinigen. Er fühlt sich fest an, was nicht jedem gefällt. Oft wird er mit weichem Silikon kombiniert.

TPE, TPR, Gummi und Elastomere

Weiche, gummiartige Spielzeuge bestehen häufig aus thermoplastischen Elastomeren oder Gummimischungen. Sie fühlen sich weich und hautähnlich an, sind meist preiswert, aber teils porös.

  • Vorteile: angenehme Haptik, vielfältige Formen
  • Zu beachten: Reinigung ist schwieriger, und Rückstände bleiben eher hängen. Die Oberfläche kann mit der Zeit klebrig werden. Wasserbasiertes Gleitgel ist die sichere Wahl. Für gemeinsame Nutzung ist ein Kondom über dem Spielzeug sinnvoll.
  • Frühere PVC-Produkte, sogenanntes Jelly, können Weichmacher enthalten. Wenn ein Toy stark nach Chemie riecht, klebt oder ölig wirkt, ist das ein Warnzeichen.

Holz und andere Naturmaterialien

Es gibt Spielzeug aus Holz oder Stein. Es kann sehr ansprechend aussehen, ist aber nur dann geeignet, wenn die Oberfläche vollständig versiegelt und glatt ist. Unversiegeltes Holz ist porös, schwer zu reinigen und kann splittern. Prüfe regelmäßig auf Risse und Oberflächenschäden.

Weichmacher, Geruch und Sicherheit

Manche weichen Kunststoffe enthalten Zusatzstoffe, sogenannte Weichmacher, damit sie geschmeidig bleiben. Ein starker chemischer Geruch kann ein Hinweis auf minderwertige Materialien sein. Reizungen, Brennen, Rötung oder Allergie sind Anlass, das Toy nicht mehr zu benutzen. Hersteller sollten Angaben zum Material machen. Fehlt jede Information, ist Vorsicht angebracht.

Sicherheitscheck vor dem Kauf und vor jeder Nutzung

  1. Steht das Material beim Produkt? Fehlt die Angabe, lieber weitersuchen.
  2. Ist die Oberfläche glatt, ohne Grate, Nähte oder Risse?
  3. Hat das Spielzeug für den Anus einen Standfuß? Mehr dazu im Artikel zum Butt-Plug.
  4. Passt dein Gleitgel zum Material? Siehe Gleitgel richtig wählen.
  5. Wie lässt sich das Toy reinigen? Eine Anleitung findest du in Sextoys reinigen und aufbewahren.

Häufige Fragen

Welches Material ist für Einsteigende am besten?

Silikon ist meist ein guter Einstieg. Es ist weich, gut verträglich und leicht zu pflegen. Das beste Material ist am Ende das, das sich für dich angenehm anfühlt und sich gut reinigen lässt.

Woran erkenne ich, dass ein Material porös ist?

Typische Hinweise sind weiche, matte, leicht klebrige Oberflächen und ein auffälliger Geruch. Auch Angaben wie „Jelly“, „Gummi“ oder „TPE“ deuten auf teils poröse Materialien hin.

Kann ich mit Silikon-Spielzeug in die Badewanne?

Wenn das Toy als wasserdicht gekennzeichnet ist, ja. Beachte die Hinweise zu Akku und Ladeanschluss.

Gibt es Allergien gegen Spielzeug?

Reaktionen auf Materialien oder Zusatzstoffe sind möglich, auch Latexallergie. Bei Reizungen verzichte auf das Toy und lass die Beschwerden gegebenenfalls ärztlich abklären. Allgemeine Hinweise zur Nutzung findest du in Sextoys sicher anwenden.

Dieser Artikel informiert allgemein, richtet sich an Erwachsene ab 18 Jahren und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.

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