Gesundheit und Schutz

Präservative

Kondome, Kondome für die Frau und Dental Dams im Überblick: wie sie schützen, richtig angewendet werden, welche Allergien es gibt und wo es Beratung gibt.

Aktualisiert am 13. Oktober 20263 Min. Lesezeit

Symbolische Illustration mit zwei Sesseln, Tassen und SprechsymbolenKI-Illustration

KI-generierte Illustration für Intimo24, erstellt mit OpenAI. · Bildnachweise

Präservative, im Alltag meist Kondome genannt, gehören zu den wenigen Mitteln, die gleichzeitig vor einer Schwangerschaft und vor vielen sexuell übertragbaren Infektionen schützen können. Neben dem klassischen Kondom für den Penis gibt es weitere Barrieremethoden, die auch für Sex unter Frauen und beim Oralsex wichtig sind. Dieser Artikel gibt dir einen Überblick.

Welche Barrieremethoden gibt es?

  • Kondom für den Penis: Eine dünne Hülle, die über den erigierten Penis gerollt wird. Sie ist in verschiedenen Größen, Dicken und Materialien erhältlich.
  • Kondom für die Frau (Femidom, internes Kondom): Ein weicher Beutel, der in die Scheide eingeführt wird. Es ist in Deutschland erhältlich, wird aber seltener angeboten als das klassische Kondom. Frag in Apotheken oder Beratungsstellen nach, wenn du es ausprobieren möchtest.
  • Dental Dam (Lecktuch): Ein dünnes, quadratisches Tuch aus Latex oder anderem Material, das beim Oralsex an Scheide oder After als Barriere dient. Hinweise dazu stehen auch im Artikel Safer Sex unter Frauen.
  • Kondome über Spielzeug: Ein Kondom auf einem Sextoy erleichtert die Reinigung und kann verhindern, dass Erreger beim Teilen übertragen werden. Mehr dazu in Sextoys sicher anwenden.

Richtig anwenden

Die meisten Probleme entstehen durch kleine Anwendungsfehler. Für das Kondom am Penis gilt:

  1. Prüfe das Haltbarkeitsdatum und achte darauf, dass die Verpackung unbeschädigt ist.
  2. Öffne die Packung mit den Fingern, nicht mit Zähnen oder spitzen Gegenständen.
  3. Setze das Kondom auf den steifen Penis, drücke die Spitze zusammen, damit keine Luft drin bleibt, und rolle es ganz ab.
  4. Verwende bei Bedarf Gleitgel, aber nur passende Sorten. Ölhaltige Produkte können Latex schädigen, mehr dazu unter Gleitgel richtig wählen.
  5. Halte das Kondom nach dem Samenerguss am Rand fest und ziehe den Penis zurück, bevor die Erektion nachlässt.
  6. Verwende jedes Kondom nur einmal und entsorge es im Hausmüll, nicht in der Toilette.

Das Femidom kann bereits vor dem Sex eingeführt werden. Beachte die Anleitung in der Packung, da sich die Modelle unterscheiden.

Haltbarkeit und Lagerung

Kondome sind nicht unbegrenzt haltbar. Bewahre sie kühl, trocken und lichtgeschützt auf, also nicht im Portemonnaie, im Handschuhfach oder in der prallen Sonne. Achte auf das aufgedruckte Datum und auf Prüfzeichen wie die CE-Kennzeichnung. Sind Hülle oder Packung klebrig, spröde oder beschädigt, wirf das Kondom weg.

Größe und Passform

Ein Kondom, das rutscht oder zu eng sitzt, schützt schlechter und fühlt sich unangenehm an. Es gibt Kondome mit verschiedenen Breiten. Probiere in Ruhe aus, was passt. Wenn dir Kondome grundsätzlich unangenehm sind, lohnt sich ein Gespräch in einer Beratungsstelle oder Apotheke.

Allergien und Unverträglichkeiten

Manche Menschen reagieren auf Latex mit Juckreiz, Brennen oder Rötung. Für sie gibt es Kondome aus anderen Materialien. Auch Gleitmittel, Duft- oder Gleitzusätze können Reizungen auslösen. Bei starken Reaktionen, Atemnot oder Schwellungen such sofort ärztliche Hilfe. Bei wiederkehrenden Beschwerden solltest du die Ursache ärztlich abklären lassen.

Was Kondome nicht leisten

Kein Schutz ist hundertprozentig. Bei Infektionen, die sich über Hautkontakt verbreiten, schützt ein Kondom nur die bedeckten Stellen. Nach einem Unfall, etwa wenn ein Kondom reißt oder abrutscht, gibt es Möglichkeiten wie die "Pille danach", die möglichst rasch ärztlich oder in einer Apotheke besprochen werden sollten. Wenn du Sorge vor einer Infektion hast, sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt über einen Test.

Beratung und Unterstützung

Fragen rund um Verhütung und Schutz beantworten ärztliche Praxen, gynäkologische Sprechstunden, Gesundheitsämter und Beratungsstellen für sexuelle Gesundheit. Viele bieten anonyme und oft kostenfreie Angebote. Auch Aidshilfen und Beratungsstellen für Familienplanung sind erfahrene Ansprechstellen.

Fazit

Kondome, Femidome und Dental Dams sind einfache Hilfsmittel, die bei richtiger Anwendung viel Sicherheit geben. Probiere verschiedene Varianten aus, achte auf Haltbarkeit und Passform und hol dir Rat, wenn du unsicher bist.

Quellen & Transparenz

Dieser Artikel informiert allgemein, richtet sich an Erwachsene ab 18 Jahren und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.

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